Fritz Winter  Fritz Winter
bis 10.06.2018

Fritz Winter (1905-1976) begann seine künstlerische Laufbahn 1927 am Bauhaus in Dessau als Schüler von Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer und Paul Klee. Parallel zur Ausstellung „Paul Klee. Konstruktion des Geheimnisses“ zeigt die Fritz-Winter-Stiftung 16 Arbeiten aus dem Frühwerk des Künstlers von den 1920er- bis in die 1940er- Jahre. Höhepunkt sind zwei Neuerwerbungen aus der Werkgruppe „Triebkräfte der Erde“, die der im Nationalsozialismus als entartet geltende Künstler 1944 im Verborgenen schuf. Die „Triebkräfte“ wurden in der Nachkriegszeit als Schlüsselwerke abstrakten Formenreichtums gefeiert und stehen bis heute für die Qualität und das Wirkungsvermögen in innerer Emigration entstandener Kunstwerke.

Abb.: Fritz Winter, Ohne Titel, 1931, Öl und Gouache auf Karton, 64,8 x 81,7 cm, Fritz-Winter-Stiftung, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Foto: Sibylle Forster, BStGS © Fritz-Winter-Stiftung

KUNST

Sammlung Moderne Kunst | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in der Pinakothek der Moderne knüpft genau dort an, wo die der Neuen Pinakothek endet, nämlich bei der Kunst nach etwa 1900. Sie zählt mit ihren über 20.000 Werken zu den international führenden Institutionen für Malerei, Plastik, Fotografie und Neue Medien. Das Sammlungsspektrum reicht von den wichtigsten Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. Mit Hilfe von Vergleichen werden Fragestellungen der Moderne aufgezeigt. Sie spiegeln die veränderten Bedingungen einer Zeit, die durch Technologieoptimismus, Fortschrittskult und zugleich Krisenbewusstsein gepräg ist. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die historischen Bedingunen und Voraussetzungen des 20. und 21. Jahrhunderts in der Sammlungspräsentation sichtbar und beispielsweise die Einwirkungen von Krieg und Diktatur auf die Kunst vermittelt werden.

Der kubistischen und futuristischen Neudefinition einer autonomen Kunst steht in der Sammlung des Expressionismus die Frage nach den veränderten Bedingungen des Menschen in der Moderne gegenüber. Die Künstler der Brücke und des Blauen Reiter sowie Max Beckmann, der mit einer einzigartigen Werkdichte vertreten ist, vermitteln dies auf eindrucksvolle Weise, wie auch die moderne Fotografie, die durch August Sander, Albert Renger-Patzsch und Florence Henri repräsentiert wird. Die Bildfantasie und der formale Erfindungsreichtum von Pablo Picasso kommen in umfänglichen Werkgruppen ebenso zum Tragen wie die surrealistische Verrätselung der Welt bei Max Ernst, René Magritte und Salvador Dalí.

Wichtige Themen seit 1960, etwa die formale und inhaltliche Erweiterung des Kunstbegriffs, die Nobilitierung des Alltäglichen und die damit einhergehende Diskussion über die Gleichrangigkeit von Trivial- und Hochkultur stehen im Zentrum umfangreicher Werkblöcke von Joseph Beuys, Andy Warhol, Dan Flavin, Donald Judd, Georg Baselitz, Jeff Wall, Rosemarie Trockel und Anselm Kiefer. Die jüngsten Entwicklungen kommen besonders in Rauminstallation, Performance und Medienkunst zum Ausdruck (Pipilotti Rist, Wolfgang Tillmans). Hier wird die Präsentation häufiger verändert, ebenso wie in dem nahegelegenen, ebenfalls zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehörenden Museum Brandhorst.

GRAPHIK

Staatliche Graphische Sammlung München

Neben den Kupferstichkabinetten in Berlin und Dresden ist die Staatliche Graphische Sammlung München (SGSM) das bedeutendste Museum für Zeichnungen und Druckgrafik in Deutschland und gehört zu den größten Institutionen ihrer Art weltweit. Die Sammlungsbestände von ca. 400.000 Blatt erfahren durch gezielte Erwerbungen und Schenkungen einen stetigen Zuwachs und umfassen alle Epochen der Grafik vom 12. bis ins 21. Jahrhundert. Schwerpunkte bilden altdeutsche und niederländische Zeichnungen und Druckgrafiken, italienische Zeichnungen der Renaissance und deutsche Zeichnungen des 19. Jahrhunderts. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Klassischen Moderne und internationalen Grafik bis zur Gegenwart.

Die Staatliche Graphische Sammlung München geht auf das 1758 gegründete Kupferstich- und Zeichnungskabinett des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz im Mannheimer Schloss zurück, das in den 1790er Jahren nach München überführt wurde. Während der Säkularisation kamen bedeutende Grafikkonvolute aus aufgehobenen Klöstern in die Sammlung. Seit 1874 selbstständige Museumsinstitution, ist das Kabinett seit 1948 im sogenannten Haus der Kulturinstitute am Königsplatz beheimatet. Dort befinden sich die Depots mit den hochkarätigen Beständen sowie der öffentlich zugängliche Studiensaal.

Mit der Pinakothek der Moderne verfügt die Staatliche Graphische Sammlung München über Ausstellungsräume, die ihrem Rang und ihren hohen konservatorischen Anforderungen entsprechen. In fortlaufend kuratierten Sonderausstellungen werden Werke aus 500 Jahren Kunst auf Papier immer wieder neu und inspirierend präsentiert.

ARCHITEKTUR

Architekturmuseum der TU München

Das Architekturmuseum wurde 1868 mit Gründung der heutigen Technischen Universität als architektonische Lehrsammlung gegründet. Nachdem sie bereits in den Zwischenkriegsjahren für das Studium an Bedeutung verloren hatte, wurde sie in eine Archiv- und Forschungseinrichtung umgewandelt. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs waren die Schätze der Architektursammlung über lange Jahre in Depots verborgen. Seit 1975 wurde die Sammlung in ein Archiv mit Museumsfunktion umgewandelt, um die Bestände wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da keine eigenen Ausstellungsräume zur Verfügung standen, arbeitete die Sammlung mit anderen Museen, insbesondere dem Münchner Stadtmuseum, zusammen.

Aufgrund kontinuierlicher Neuerwerbungen betreut das Architekturmuseum heute eine der größten Spezialsammlungen für Architektur in Deutschland. Die Bestände umfassen ca. 500.000 Zeichnungen von mehr als 1000 Architekten, 200.000 Fotografien, 1.300 Modellen sowie zahlreiche architektonische Stichwerke, Bauakten und zunehmend auch digitale Datenbestände Die ältesten bewahrten Zeichnungen stammen aus dem 16. Jahrhundert, das älteste Modell datiert ins 17. Jahrhundert. Zu den Höhepunkten zählen Arbeiten von Balthasar Neumann, Friedrich von Gärtner, Leo von Klenze, Theodor Fischer, Erich Mendelsohn, Erik Gunnar Asplund, Le Corbusier, Günter Behnisch, Daniel Libeskind oder Peter Zumthor. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der deutschen Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts, gesammelt werden aber auch neue Projekte und Wettbewerbsbeiträge, Zeichnungen und Modelle international bedeutender Architekten sowie bautechnische Dokumente.

DESIGN

Die Neue Sammlung – The Design Museum

Die Neue Sammlung – The Design Museum zählt mit über 100.000 Objekten aus den Bereichen Industrial Design, Graphic Design, Computer Culture, Mobility und Kunsthandwerk zu den größten und bedeutendsten Museen für angewandte Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts weltweit. Im Bereich des Industrial und Product Design gilt das Museum als führend. Die Neue Sammlung – The Design Museum gilt ebenfalls als ältestes Designmuseum. Idee und Initiative zur Gründung des Museums sind eng mit der 1907 in München formierten Werkbundbewegung verflochten. Die seit 1912 aufgebaute „Moderne Vorbildersammlung“ war Grundstock der Neuen Sammlung – The Design Museum, die 1925 als Staatsinstitution etabliert und 1926 als Museum eröffnet wurde mit dem Ziel, »Das Neue« von höchster Qualität aufzuspüren, zu sammeln und zu bewahren. Von Beginn an hat sich Die Neue Sammlung – The Design Museum in ihrem Verständnis von den gleichzeitig existierenden Museen für angewandte Kunst oder Museen für Kunst und Gewerbe abgesetzt, indem sie sich dezidiert der seinerzeitigen Moderne und damit der zeitgenössischen Formgestaltung verpflichtete. Bis heute prägt dieser Gründungsanspruch die Programmatik der Neuen Sammlung – The Design Museum.

Die internationalen Sammlungsbestände umfassen schwerpunktmäßig einen Zeitraum von 1900 bis zur unmittelbaren Gegenwart.
Die Museumsbestände sind mit über 20 Sammlungsgebieten weit gespannt. Neben Objekten des Industrial Design umfassen sie wichtige Sammelfelder wie Keramik, Metall oder Glas und Möbel, Textilien oder Schmuck. Die Abteilung Graphic Design erstreckt sich von Plakaten über Verpackungsdesign, bis zur Buchgestaltung. Die Neue Sammlung – The Design Museum widmet sich wichtigen Themen wie auch monographischen Ausstellungen. Zeitgenössische Designer und Designerinnen werden eingeladen, ortsspezifisch Projekte zu entwickeln.

Mit den Präsentationen ihres Museumsbestandes, ihren Ausstellungen und ihren vielfältigen Vermittlungsformen spiegelt Die Neue Sammlung – The Design Museum die aktuellen Diskurse über die Inhalte und Gestaltung von Designmuseen, über die Rezeption von Designinhalten und über die aktuelle Bedeutung von Design.